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DER OPERNBALL

OPERETTE LANGENLOIS spielt 2022 „Der Opernball“

Im Sommer 2021, dem ersten Jahr der Intendanz von Christoph Wagner-Trenkwitz, hat die Operette Langenlois mit der Fledermaus von Johann Strauss einen „überaus gelungenen Neustart“ (Niederösterreichische Nachrichten) hingelegt. Jubelkritiken und ein begeistertes Publikum waren der Lohn für eine sympathisch-spritzige Produktion. 2022 präsentiert das Festival einen weiteren Klassiker der Goldenen Operetten-Ära: Der Opernball von Richard Heuberger.

 

1898 in Wien uraufgeführt, erzählt die mehrfach verfilmte Operette von vier Paaren unterschiedlichen Alters, die auf der glanzvollen Tanzveranstaltung in der Pariser Oper die Nacht ihres Lebens verbringen. Die Damen testen die Treue ihrer Ehemänner (erraten: die Herren fallen allesamt spektakulär durch!) und das Stubenmädchen Hortense verführt den jungen Kadetten Henri mit dem tatsächlich unwiderstehlichen Walzerlied „Gehen wir ins Chambre séparée“.

 

Die Besetzung wird angeführt von Cornelia Horak und Erwin Belakowitsch, die 2021 Rosalinde und Eisenstein verkörpert haben, und auch Boris Eder kehrt in einer Hauptrolle nach Langenlois zurück. Die Inszenierung liegt, erstmals auf Schloss Haindorf, in den Händen des international erfolgreichen Operettenregisseurs Peter Lund, die Musikalische Leitung bei Gerrit Prießnitz, der auf langjährige Opern- und Operettenerfahrung an der Volksoper Wien verweisen kann.

 

Intendant Christoph Wagner-Trenkwitz verlässt sein Kommentatoren-Kammerl und taucht als schräger Oberkellner Philippe beim Pariser Opernball wieder auf.

Richard Heuberger

Der Komponist

Richard Franz Joseph Heuberger wurde am 18. Juni 1850 in Graz als Sohn eines Bandagenfabrikants geboren. Nach seiner Schulzeit begann Richard Heuberger seine berufliche Laufbahn auf dem Gebiet des Ingenieurwesens, entschied sich 1876 im Alter von 27 Jahren aber für einen Wechsel in die Musik. Er studierte am Konservatorium in Graz und wurde nach erfolgreichem Abschluss 1902 mit der Leitung des Akademischen Gesangvereins in Wien betraut. In Wien betätigte er sich außerdem als Komponist, Chordirigent, Musikschriftsteller und Musikkritiker. Später übernahm Heuberger auch die Direktion der Wiener Singakademie. Ab 1902 lehrte er außerdem am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.

Erst mit über 40 Jahren begann Richard Heuberger Operetten zu schreiben, von denen 6 zur Aufführung kamen. Sein kompositorisches Schaffen umfasst Opern, Ballette, Operetten, Lieder, Chöre sowie weitere Orchesterkompositionen, unter denen sich auch Arrangements von Werken von Brahms, Schubert und seinem Lehrer Robert Fuchs befinden.

 

Als sein bekanntestes Werk gilt die Operette "Der Opernball" nach einem Libretto von Victor Leon. Diese Operette gehört auch heute noch zu den meistaufgeführten. Ursprünglich wurde Richard Heuberger auch mit der Vertonung von "Die lustige Witwe" beauftragt. Als er jedoch über drei Jahre hinweg keine zündende Idee für den ersten Akt hat, wurde die Aufgabe an Franz Leher übergeben.

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Mit seiner Operette “Opernball ”ist Heuberger populär geworden, es war seine erste und erfolgreichste Operetten Schöpfung. Das Lied daraus “Komm mit mir ins Chambre Separee” wurde ein ins Ohr gehender Schlager. 1898 fand die Uraufführung in Wien statt. Die weiteren fünf Operetten behaupteten sich einige Zeit, jedoch nur “Ihre Exzellenz”, es war die Nummer Zwei nach dem “Opernball”, erreichte 100 Aufführungen.

 

Richard Heuberger machte sich ab 1881 auch als Musikkritiker verschiedener Zeitungen einen Namen, zunächst beim "Neuen Wiener Tagblatt", danach ab 1899 bei der "Allgemeinen Zeitung" in München. Im Jahre 1896 übernahm er die Nachfolge von Eduard Hanslick als Musikkritiker bei der Wiener "Neuen Freien Presse". Nebenher war er als freier Journalist und Herausgeber, z.B. der "Neuen Musikalischen Presse", tätig. Sein literarisches Schaffen umfasst unter anderem Sketches, Kurzgeschichten, Musikfeuilletons, Musikkritiken und eine Biografie von Franz Schubert. Richard Heuberger starb am 28. Oktober 1914 in Wien und ist in Hinterbrühl begraben.

1955 wurde die Heubergergasse in Wien-Hietzing ihm zu Ehren benannt. 1956 wurde sein Grab am Hinterbrühler Friedhof in ein Ehrengrab umgewandelt.

Der Opernball

Das Stück

Der Opernball ist eine Wiener Operette in drei Akten von Richard Heuberger nach dem Lustspiel Die Rosa-Dominos von Alfred-Charlemagne Delacour und Alfred Hennequin aus dem Jahr 1876. Das Libretto schrieben Victor Léon und Heinrich von Waldberg. Uraufführung war am 5. Januar 1898 im Theater an der Wien.

 

In Paris während des Karnevals weilt Paul Aubier mit seiner Frau Angèle zu Besuch bei Georges und Marguérite Duménil. Die in Sachen Ehetreue skeptische Marguérite überredet die gutgläubige Angèle, die beiden Ehemänner doch einmal auf die Probe zu stellen. In ihrem Auftrag schreibt das Kammermädchen Hortense zwei gleichlautende Briefe, die Paul und Georges zu einem Stelldichein mit einer adeligen Dame beim abendlichen Opernball einladen. Deren Kennzeichen sei ein rosa Domino. Heimlich schreibt Hortense noch einen dritten Brief an Henri, denn sie will selbst ebenso als rosa Domino erscheinen

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Im Maskengedränge des Opernballs tauchen nach und nach alle Beteiligten wieder auf. Der alte Beaubuisson wird von der Sängerin Féodara begleitet, Henri findet in Hortense den gesuchten rosa Domino, Georges in Angèle, Paul in Marguérite. In den Séparées hoffen Georges und Paul auf ihre Kosten zu kommen, aber die Damen haben mit den Kellnern ein Klingelzeichen vereinbart, bei dessen Ertönen die stürmischen Liebhaber mit einem Vorwand hinauskomplimentiert werden sollen. Dazu kommt es dann auch, und die enttäuschten Paul und Georges wundern sich noch mehr, als sie hier aufeinandertreffen.

Die Verwirrung nimmt zu, als sowohl Georges als auch Paul in Hortense ihren jeweiligen rosa Domino zu erkennen glauben. Georges versengt beim Küssen versehentlich mit seiner Zigarette ihren Domino, und Paul zerreißt ihr übereifrig den Mantel. Marguérite und Angèle, die von Hortenses Anwesenheit nichts wissen, vermuten sich gegenseitig in der Umworbenen. Schließlich bleiben die Herren ganz ohne rosa Dominos unter sich.

Wieder zu Hause, entdeckt Georges zufällig das Briefpapier, auf dem die Einladung zum Opernball geschrieben wurde und durchschaut die List der Frauen. Es kommt zu heftigen gegenseitigen Vorwürfen, auf dessen Höhepunkt sich Georges und Paul duellieren wollen. Endlich können die beiden Ehefrauen durch ihre unversehrten Dominokostüme beweisen, dass sie nicht zu weit gegangen sind. Stattdessen wird durch Henri der dritte Einladungsbrief bekannt und Hortense als dessen Urheberin entlarvt.